WVV_Energie

WVV Energie klärt auf

Aktuell befindet sich der Energiemarkt in einer Ausnahmesituation.

Dies wirft nicht zuletzt bei Ihnen als unsere Kunden/-innen Fragen zum aktuellen Marktgeschehen und der zukünftigen Entwicklung auf.

Auch wenn ein Blick in die Zukunft zur Zeit schwierig ist, möchten wir Ihnen im Folgenden die wichtigsten Infos und Antworten auf zentrale Fragen rund um die Energieversorgung zur Verfügung stellen.

Unsere Mitarbeiter/-innen im Kundenservice sind darüber hinaus jederzeit für Sie und Ihre Anliegen da.

WVV Kundenzentrum
Domstraße 26
97070 Würzburg

Mo. - Fr.: 08:30 - 18:00 Uhr

Service-Tel.: 0931 36-1155

Beschluss zur Dezember-Soforthilfe im Gas- und Wärmebereich

Der Bundesrat hat am 14.11.2022 der einmaligen Soforthilfe für Gas- und Fernwärmekunden/-innen zugestimmt. Damit ist die Übernahme des Dezember-Abschlags final beschlossen und wird selbstverständlich auch von der WVV Energie umgesetzt.

Gas:
Bei der Übernahme des Dezember-Abschlags Gas handelt es sich um eine vorläufige Entlastung, das heißt der endgültige Entlastungsbetrag wird mit der nächsten Jahresrechnung exakt bestimmt. Dabei kann es sein, dass der endgültige Entlastungsbetrag nicht mit dem vorläufigen Entlastungsbetrag übereinstimmt und es infolgedessen zu einer Nachzahlung oder Gutschrift kommen kann.

Fernwärme:
Im ersten Schritt entfällt für die Fernwärme-Kunden/-innen ebenfalls der Dezember-Abschlag. Bei der Rechnung im Januar wird dann die tatsächliche Höhe der staatlichen Entlastung (Kompensationsbetrag) berechnet. Dieser ermittelt sich aus dem September-Abschlag multipliziert mit dem Faktor 1,2.

Hinweis: Damit die Entlastung im Bereich Fernwärme sichergestellt werden kann, sind wir gesetzlich dazu verpflichtet, Daten unserer Kunden/-innen an einen Beauftragten (PwC) des Bundesministeriums für Wirtschaft- und Klimaschutz weiterzugeben (§9 (5) EWSG).

Hierbei handelt es sich um folgende Kunden-Daten:

  • E-Mail-Adresse oder Telefonnummer
  • Postanschrift
  • Abschlagzahlung für September
  • Liefermenge des Jahres 2021 oder des letzten Abrechnungszeitraums

Die Kosten der Einmalentlastung werden dabei aus Mitteln des Bundes finanziert.

Detailinformationen finden Sie in den nachfolgenden FAQ .

Es ist wichtiger denn je, sparsam mit Energie umzugehen. In fast jedem Haushalt gibt es noch Möglichkeiten, Energie einzusparen – zum Beispiel die Heizung herunterdrehen, wenn niemand zu Hause ist, Stoßlüften und beim Duschen auf Dauer und Temperatur achten. Zudem sollte jeder überlegen, ob es nicht auch ein oder zwei Grad weniger im Zimmer tun. Jedes Grad weniger heizen verbraucht sechs Prozent weniger Energie und Geld - denn jede eingesparte Kilowattstunde schont auch den eigenen Geldbeutel. Hier finden Sie weitere Energiespartipps.

FAQ – Soforthilfe Gas und Fernwärme

1. Warum übernimmt der Staat die Gas-/Wärme-Abschlagszahlung im Dezember?

Die aktuelle Gaspreiskrise führt zu teilweise enormen finanziellen Belastungen für Gaskunden/-innen. Um diese Belastungen etwas zu dämpfen, plant die Bundesregierung finanzielle Entlastungen.

Um die Haushalte kurzfristig zu entlasten, hat sich die Bundesregierung für eine einfache und pragmatische Lösung entschieden: Gaskunden/-innen und Wärmekunden/-innen sollen im ersten Schritt von ihren Abschlagszahlungen für den Monat Dezember freigestellt werden.

Berechnung Gas
Mit der Jahresrechnung wird der endgültige Entlastungsbetrag berechnet. Dieser entspricht einem Zwölftel des prognostizierten Jahresverbrauchs, multipliziert mit dem am 1. Dezember gültigen Gaspreis. Die Differenz zwischen dem vorläufigen Entlastungsbetrag (Dezember-Abschlag) und dem endgültigen Entlastungsbetrag wird dann bei der Jahresrechnung in Form einer Gutschrift oder Forderung abgerechnet.

Berechnung Wärme
Bei der Wärme errechnet sich die Höhe der staatlichen Entlastung (Kompensationsbetrag) folgendermaßen:
Betrag der Abschlagszahlung im September multipliziert mit dem gesetzlich festgelegten Anpassungsfaktor von 1,2. Dieser Faktor spiegelt die Entwicklung der Wärmepreise im Zeitraum September bis Dezember 2022 wider.

Die Soforthilfe schafft einen Ausgleich für die gestiegenen Energierechnungen im Jahr 2022 und überbrückt die Zeit bis zur geplanten Einführung der Gas- und Wärmepreisbremse im kommenden Frühjahr.

2. Wer hat einen Anspruch auf die Soforthilfe und muss man diese beantragen?

Die Soforthilfe erhalten alle Erdgas- und Fernwärme-Kunden/-innen mit Verbräuchen unter 1,5 Millionen kWh pro Jahr bzw. einem Standardlastprofil automatisch. Sie muss nicht beantragt werden.

Hiervon ausgeschlossen ist der Bezug von Erdgas für den kommerziellen Betrieb von Strom- und Wärmerzeugungsanlagen. Auch Kunden/-innen mit einer registrierenden Lastgangmessung (RLM) können Anspruch auf die Soforthilfe haben, wenn der Verbrauch unter 1,5 Millionen kWh pro Jahr liegt.

Bei einem Jahresverbrauch über 1,5 Millionen kWh pro Jahr erhalten gezielt Kunden/-innen ebenfalls eine Entlastung, sofern sie die Wärme weit überwiegend im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnraum oder als Wohnungseigentümergemeinschaft beziehen oder bestimmte Anforderungen (Bildung, Wissenschaft, Pflege) gemäß dem Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz (EWSG) § 2 und § 4 erfüllen.

Hinweis: Erdgas-Kunden/-innen mit einem Jahresverbrauch über 1,5 Millionen kWh pro Jahr sind für den Erhalt der Entlastung dazu aufgefordert, einen Antrag in Textform zu stellen. Dieser muss belegen, dass der Kunde/-in anspruchsberechtigt ist. Alle betroffenen Kunden/-innen der WVV Energie wurden hierüber brieflich informiert.

3. Muss ich als Haushaltkunde/-in auf die WVV Energie zugehen, um diese Hilfe zu erhalten?

Nein, Sie müssen die WVV Energie nicht kontaktieren. Wenn Sie einen Lastschrifteinzug vereinbart haben, wird der Dezemberabschlag nicht eingezogen. Sollten Sie die Zahlungen über einen Dauerauftrag oder Barzahlung monatlich selbst vornehmen, müssen Sie die Zahlungen für Dezember nicht leisten.

4. Lastschriftverfahren/Dauerauftrag/monatliche Überweisung – was muss ich tun?

Sofern Sie zum Stichtag 01.12.2022 bereits Erdgaskunde/-in oder Wärmekunde/-in bei uns waren, gelten für Sie folgende Regelungen:

Lastschriftverfahren
Sie müssen nichts tun. Ihr Abschlag wird im Dezember nicht eingezogen.

Dauerauftrag
Sie können den Auftrag für den Monat Dezember unterbrechen. Sollten Sie die Überweisung per Dauerauftrag nicht rechtzeitig gestoppt haben, verrechnet die WVV Energie den Betrag in der nächsten Jahresrechnung. Es geht Ihnen also kein Geld verloren.

Monatliche Überweisung
Sie müssen im Dezember 2022 keine Zahlung leisten und können somit auf die Überweisung verzichten.

Monatliche Rechnung
Die Soforthilfe wird mit der nächsten Rechnung verrechnet.
Wenn Sie eine monatliche Rechnung erhalten, wird Ihnen diese für den Monat Dezember in der Regel im Januar zugestellt. In der Rechnung wird dann ein Zwölftel Ihres durchschnittlichen Jahresverbrauchs als Entlastungsbetrag abgezogen.

5. Wie wird die Höhe der Gas-Soforthilfe berechnet?

Die WVV Energie berechnet die Soforthilfe individuell pro Haushalt.

Grundlage ist der im September prognostizierte Jahresverbrauch des Kunden oder der Kundin. Die Soforthilfe basiert auf einem Zwölftel dieses Verbrauchs. Ein Zwölftel Ihres im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs wird mit dem am 1. Dezember 2022 geltenden Brutto-Arbeitspreis multipliziert. Auch ein Zwölftel des Grundpreises wird vom Staat übernommen.

Die Entlastung über die Soforthilfe entspricht also eigentlich nicht dem realen Dezemberabschlag oder der Rechnung für den Monat Dezember, sondern kann etwas darüber oder darunter liegen. Es kann sein, dass der endgültige Entlastungsbetrag nicht dem vorläufigen Entlastungsbetrag entspricht, infolgedessen kann es zu einer Nachzahlung oder Gutschrift kommen.

Etwaige Abweichungen, werden in Ihrer Jahresrechnung berücksichtigt.

Durch die Soforthilfe wird ein hundertprozentiger Ausgleich der Belastungen angesichts der historischen Dimensionen, in denen wir uns mit Blick auf die Energie-Kosten bewegen, leider nicht möglich sein.

6. Kann die Heizung hochgedreht werden, weil der Staat den Gasverbrauch im Dezember zahlt?

Nein. Die Soforthilfe umfasst ein Zwölftel der Jahresrechnung, basierend auf dem Verbrauch, der im September 2022 prognostiziert worden ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in der Jahresrechnung der Verbrauch des gesamten Jahres zusammengefasst wird, also die Sommermonate, in denen gar nicht geheizt wird ebenso wie die Wintermonate, in denen der Gasverbrauch deutlich steigt.

Die Abschläge bleiben das ganze Jahr über gleich hoch, da die Jahresrechnung durch die zwölf Monate geteilt wird. Der Abschlag ist also keine Abrechnung, sondern legt die Jahresrechnung gleichmäßig auf alle Monate um. Das erleichtert die Zahlung für die Gaskundinnen und -kunden.

Die Soforthilfe entspricht einer im Voraus berechneten Abschlagszahlung. Wenn Sie im Dezember mehr Gas verbrauchen, wird dies in der Jahresrechnung berücksichtigt und Sie müssen den Mehrverbrauch zahlen. Gleiches gilt aber auch für den Fall, dass Sie weniger Gas verbrauchen. Die Summe der Soforthilfe bleibt gleich und deckt dann einen größeren Anteil Ihrer Jahresrechnung ab.

7. Muss ich im Dezember weniger an meine/-n Vermieter/-in zahlen?

Wenn ich meine Nebenkostenabrechnung erst im kommenden Jahr erhalte.

Die Entlastung der Vermieter/-innen wird an die Mieter/-innen mit der Betriebskostenabrechnung für 2022 weitergegeben, diejenigen der Wohnungseigentümergemeinschaft an die die Wohnungseigentümer/-innen mit der Jahresrechnung für 2022. Damit wird der Anstieg der Heizkosten gedämpft und die Mieterinnen und Mieter profitieren von der Entlastung zu dem Zeitpunkt, wo sie besonders intensiv belastet werden.

Vermieterinnen und Vermieter sind verpflichtet, die Mieterinnen und Mieter bereits im Dezember über die geschätzte Höhe der Gutschrift zu informieren. In der Jahresrechnung wird dann der individuelle Betrag ausgewiesen.

Mieter/-innen, die seit dem Frühjahr 2022 bereits erhöhte Betriebskostenvorauszahlungen leisten, werden im Dezember 2022 von Pflicht zur Leistung des Erhöhungsbetrages befreit. Sie werden damit so gestellt wie Mieter/-innen, deren Abschläge im Jahr 2022 nicht erhöht worden sind. Bei Neuverträgen kann davon ausgegangen werden, dass bereits an die derzeitigen Energiekosten angepasste Abschläge vereinbart werden. Hier werden Mieter/-innen im Dezember 2022 von der Pflicht zur Leistung des Abschlags in einer pauschal festgelegten Höhe befreit.

8. Wie funktioniert die Soforthilfe für Wärmekunden/-innen?

Im ersten Schritt müssen Sie den Dezember Abschlag nicht zahlen (siehe auch Frage 4).

Bei der Wärme errechnet sich dann die Höhe der tatsächlichen staatlichen Entlastung (Kompensationsbetrag) folgendermaßen:
Betrag der Abschlagszahlung im September multipliziert mit dem gesetzlich festgelegten Anpassungsfaktor von 1,2. Dieser Faktor spiegelt die Entwicklung der Wärmepreise im Zeitraum September bis Dezember 2022 wider.*

Sofern Sie Ihre Monats- oder Jahresrechnung im Januar erhalten, wird der Kompensationsbetrag in dieser verrechnet. Ansonsten erhalten Sie eine separate Auszahlung bis spätestens 31. Januar 2023.

*Hinweis: Für diese Auszahlung benötigen wir Ihre Kontodaten. Sollten uns diese noch nicht vorliegen, erfolgt die Verrechnung des Kompensationsbetrags in der nächsten Abrechnung.

Die Übernahme der Abschlagszahlung betrifft alle Wärmelieferungen, unabhängig davon, wie die Fernwärme produziert wurde.

9. Wie funktioniert die Gas- und Wärmepreisbremse?

Die Entlastung bei den Gas- und Wärmepreisen erfolgt in zwei Stufen: In diesem Jahr wird mit der Soforthilfe etwa ein Zwölftel Ihrer Jahresrechnung durch den Staat übernommen.

Gaspreisbremse
In der zweiten Stufe greift dann die Gaspreisbremse. Hier wird der von Ihnen zu zahlende Gaspreis für 80 Prozent Ihres Verbrauchs bei 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Das heißt, dass Sie für 80 Prozent Ihres Verbrauchs aus dem letzten Jahr höchstens 12 Cent/kWh bezahlen. Lediglich für die darüberhinausgehende Mengen müssen Sie den kompletten Gaspreis Ihres Tarifs zahlen. Damit möchte die Bundesregierung Anreize zum Gassparen setzen. Die Deckelung der Gaspreise soll bis 30. April 2024 gelten.

Wärmepreisbremse
In der zweiten Stufe greift die Wärmepreisbremse. Der von Ihnen zu zahlende Fernwärmepreis wird für 80 Prozent Ihres prognostizierten Verbrauchs bei 9,5 ct/kWh gedeckelt. Lediglich für die darüberhinausgehende Mengen müssen Sie den kompletten Wärmepreis Ihres Tarifs zahlen.

Die konkrete Ausgestaltung der Gas- und Wärmepreisbremse für 2023 erfolgt noch in einem Gesetz, das Ende Dezember 2022 in Kraft treten wird. Als WVV Energiekunde/-in können Sie sich sicher sein, dass die WVV Energie auch weiterhin sämtliche Beschlüsse berücksichtigt.

Newsticker – aktuelle Beschlüsse

Beschluss der Dezember-Soforthilfe im Gas- und Wärmebereich – 14.11.2022

Am 14.11.2022 hat der Bundesrat der einmaligen Soforthilfe für Gas- und Fernwärmekunden/-innen zugestimmt. Damit ist die Übernahme des Dezemberabschlags final beschlossen.

Selbstverständlich wird auch die WVV Energie diesen Beschluss berücksichtigen.

Umsatzsteuersenkung auf den Erdgas- und Fernwärmepreis – 07.10.2022

Am 07.10.2022 hat der Bundesrat der Umsatzsteuersenkung auf den Erdgas- und Fernwärmepreis von 19 % auf 7 % zugestimmt.

Die Umsatzsteuer wird im Zeitraum vom 01.10.2022 bis 31.03.2024 gesenkt.

Selbstverständlich gibt auch die WVV Energie die reduzierte Umsatzsteuer vollständig an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

Rücknahme der Gasbeschaffungsumlage – 03.10.2022

Die Gasbeschaffungsumlage – die eigentlich vom 1. Oktober an erhoben werden sollte – wurde von der Bundesregierung rückwirkend zum 01.10.2022 abgeschafft.

Die Gasspeicher- und Bilanzierungsumlage bleiben bestehen.

Auch die WVV Energie nimmt die Gasbeschaffungsumlage vollständig zurück. Sie müssen sich dabei um nichts kümmern.

Inkrafttreten und Aktualisierung der Gasumlagen – 01.10.2022

Zur Prävention einer Gasmangel-Lage wurden vom Bund folgende Gasumlagen beschlossen. Diese treten zum 1. Oktober 2022 in Kraft.

Gasbeschaffungsumlage (Achtung: die Gasbeschaffungsumlage wurde mit dem Beschluss vom 03.10.2022 zurückgezogen)
Gemäß §26 Energiesicherungsgesetz aufgrund der Notwendigkeit teurer Ersatzbeschaffungen auf dem Energiemarkt. Sie beträgt 2,419 Cent pro kWh (netto).

Gasspeicherumlage
Gemäß §35e Energiewirtschaftsgesetz zur Erreichung der gesetzlich festgelegten Füllstände der bundesweiten Gasspeicher. Sie beträgt 0,059 Cent pro kWh (netto).

Gasbilanzierungsumlage
Diese Umlage ist bereits seit 2014 Bestandteil der Preiszusammensetzung und wird zum 1. Oktober 2022 für SLP-Kunden (Privathaushalte und Gewerbekunden mit einem Jahresverbrauch bis 1.500.000 kWh) auf 0,57 Cent und für RLM-Kunden (ab einem Jahresverbrauch von 1.500.000 kWh) auf 0,39 Cent pro kWh (netto) erhöht.

Darüber, wann Sie von den Umlagen betroffen sind und welche Auswirkungen diese auf Ihren individuellen Abschlag haben, informiert Sie die Stadtwerke Würzburg AG rechtzeitig postalisch.

Sie müssen sich um nichts weiter kümmern, Ihre Abschläge werden bei Bedarf automatisch angepasst und im betreffenden Schreiben mitgeteilt.

Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSikuMaV) – 01.09.2022

Zur Sicherung der Energieversorgung hat die Bundesregierung die Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSikuMaV) beschlossen. Diese enthält kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Energieeinsparung im privaten, öffentlichen und gewerblichen Sektor. Sie tritt am 1. September 2022 in Kraft und mit Ablauf des 28. Februar 2023 wieder außer Kraft.

Maßnahmen zur Energieeinsparung in Privathaushalten
Fakultative Temperaturabsenkung durch Mieter(§ 3):
Mindesttemperaturklauseln in Mietverträgen für Wohnräume, wonach sich der Mieter dazu verpflichtet, durch eine bestimmte Mindesttemperatur Schäden an der Wohnung zu vermeiden, treten für diesen Zeitraum außer Kraft.

Verbot der Nutzung bestimmter Heizungsarten für Schwimm- und Badebecken (§ 4):
Private, nicht-gewerbliche, innen- oder außenliegende Schwimm- und Badebecken einschließlich Aufstellbecken dürfen nicht mehr mit Gas oder mit Strom aus dem Stromnetz beheizt werden. Eine Ausnahme gilt hierbei für therapeutische Anwendungen.

Maßnahmen zur Energieeinsparung in öffentlichen Gebäuden

  • Verbot der Beheizung von Gemeinschaftsflächen (§ 5)
  • Höchstwerte für die Lufttemperatur in Arbeitsräumen in öffentlichen Nichtwohngebäuden (§ 6)
  • Trinkwassererwärmungsanlagen in öffentlichen Nichtwohngebäuden (§ 7)
  • Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern (§ 8)

Maßnahmen zur Energieeinsparung in Unternehmen

  • Informationspflicht über Preissteigerungen für Versorger und für Eigentümer von Wohngebäuden (§ 9)
  • Ladentüren und Eingangssysteme im Einzelhandel (§ 10)
  • Nutzungseinschränkung beleuchteter Werbeanlagen (§ 11)
  • Mindestwerte der Lufttemperatur für Arbeitsräume in Arbeitsstätten (§ 12)

Genauere Informationen zu den Maßnahmen finden Sie in der Verordnung der Bundesregierung .

Energiesicherungstransportverordnung (EnSiTrV) – 25.08.2022

Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Energieversorgung hat die Bundesregierung am 24.08.2022 die Verordnung zur Priorisierten Abwicklung von schienengebundenen Energieträgertransporten zur Sicherung der Energieversorgung beschlossen.

Hiermit soll der Betrieb von Kraftwerken, Raffinerien und Stromnetzen sichergestellt werden. Sie ist am 25.08.2022 in Kraft getreten und tritt voraussichtlich mit Ablauf des 25.02.2023 außer Kraft.

Zur Verordnung der Bundesregierung

Inkrafttreten des europäischen Gas-Notfallplans – 09.08.2022

Der europäische Gas-Notfallplan ist am 09.08.2022 in Kraft getreten und dient der Vorbereitung auf eine mögliche Einstellung der russischen Erdgaslieferung auf EU-Ebene. Hierbei wurde sich darauf verständigt, dass alle EU-Länder ihren Gasverbrauch auf freiwilliger Basis von Anfang August 2022 bis März 2023 um 15 % senken.

Welche konkreten Maßnahmen für die Erreichung des Einsparziels vorgenommen werden, ist hierbei den EU-Ländern selbst überlassen.

Wegfall der EEG-Umlage – 01.07.2022

Ziel des Wegfalls der EEG-Umlage ist es, Stromkunden bei den Energiekosten spürbar zu entlasten.

Tatsächlich hat die öffentliche Hand sehr großen Einfluss auf die Endkundenpreise von Strom und Gas. Beim Haushaltskundenstrom machten Steuern, Abgaben und Umlagen 2021 durchschnittlich 40 % des Strompreises aus.

Wir freuen uns, diese Preissenkung durch den Wegfall der EEG-Umlage seit 01.07.2022 automatisch zu 100 % weitergeben zu können.

Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.400 kWh wird dadurch um rund 150 € pro Jahr entlastet. Für die zweite Jahreshälfte in 2022 beträgt die Ersparnis folglich 75 €.

Alarmstufe Notfallplan Gas (Deutschland) – 23.06.2022

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat am 23. Juni 2022 die zweite Stufe des Notfallplan Gas ausgerufen, die sogenannte Alarmstufe. Grund hierfür ist, dass Russland die Gasflüsse durch die Pipeline Nord Stream 1 deutlich reduziert hat. In der Alarmstufe sichern marktbasierte Maßnahmen die Versorgung, z. B. die Umschaltung auf alternative Energieträger oder die Einsparung von Energie.

Wichtig: Aktuell besteht keine Gasmangellage, angeordnete Abschaltungen von Industriekunden oder vergleichbare staatliche Markteingriffe sind derzeit nicht erforderlich. Privatkunden und soziale Einrichtungen stehen unter einem besonderen Schutz und werden laut Notfallplan Gas auch im Krisenfall weiter mit Gas beliefert. Trotz angespannter Lage müssen sich Privatkunden zum jetzigen Zeitpunkt keine Sorgen um ihre Gasversorgung machen.

Frühwarnstufe Notfallplan Gas (Deutschland) – 30.03.2022

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ruft die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus – dieser Entschluss dient der Vorsorge, die Versorgungssicherheit ist weiterhin gewährleistet.

Das einberufene Krisenteam Gas wird die aktuelle Situation im Gasnetz engmaschig beobachten und bewerten.

Die Frühwarnstufe bedeutet für Sie als Privatkunde der WVV Energie noch nichts. Sie ist die erste von drei Warnstufen und führt lediglich dazu, dass die Bundesnetzagentur Listen mit Verbrauchern erstellt, die bei einer weiteren Verschärfung der Lage aufgefordert werden würden, ihren Gasverbrauch einzuschränken.

Privatkunden, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen sind geschützte Kunden, die im Fall eines Mangels priorisiert würden.

FAQ – Preisentwicklung

Was hat es mit der Gaspreisbremse auf sich?

Bisher liegt lediglich der Zwischenbericht der Gas-Experten Kommission vor, dieser wird nun geprüft.

Aktuell können hier noch keine Details genannt werden, da das Modell noch nicht final verabschiedet wurde. Jedoch können sich die WVV Energiekunden/-innen sicher sein, dass die WVV Energie sämtliche Beschlüsse vom Bund auch weiterhin zuverlässig umsetzen wird. Die Details werden an unsere Kundinnen und Kunden kommuniziert, sobald alles final beschlossen ist.

Warum ist mein Abschlag aktuell so hoch?

Anhand von Wohnungsgröße, Personenanzahl und dem bisherigen Verbrauch wird der voraussichtliche Monatsverbrauch für das nächste Jahr geschätzt. Daraus wird ein immer gleichbleibender monatlicher Betrag berechnet – der Abschlag. Bei unterjährigen Preisanpassungen wird dieser stets von der WVV Energie überprüft und bei Bedarf automatisch angepasst, um späteren Nachzahlungen vorzubeugen.

Die Höhe Ihres Abschlages orientiert sich also an dem voraussichtlichen jährlichen Energieverbrauch und dem Preis.

Weil die Preise für Erdgas so stark angestiegen sind und um unsere Kunden/-innen vor hohen Nachzahlungen zu schützen, wurden die Abschläge entsprechend erhöht. Da die WVV Energie die zukünftige Entwicklung hinsichtlich der Gaspreisbremse und deren Auswirkungen abwarten möchte, wurde Ihr Abschlag nach Wegfall der Gasbeschaffungsumlage nicht automatisiert wieder gesenkt.

In der Jahresverbrauchsabrechnung werden Ihre geleisteten Abschlagszahlungen mit Ihrem tatsächlich ermittelten Verbrauch verrechnet. D. h. sollte sich durch die aktuelle Abschlagshöhe ein Guthaben ergeben, wird Ihnen dieses mit der Jahresverbrauchsabrechnung wieder gutgeschrieben.

Wir empfehlen Ihnen ausdrücklich Ihren Abschlag auf dem aktuellen Niveau zu belassen, da trotz geplanter Einführung einer Gaspreisbremse mit einem steigenden Preisniveau zu rechnen ist.

Gibt die WVV Energie die Umsatzsteuersenkung auf den Erdgas- und Fernwärmepreis weiter?

Ja, selbstverständlich werden wir die Umsatzsteuerreduzierung vollständig an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kostenbelastung der Gas- und Fernwärmekunden in Deutschland hat die Bundesregierung die Umsatzsteuersenkung auf den Erdgas- und Fernwärmepreis von 19 % auf 7 % beschlossen. Sie soll für den Zeitraum vom 01.10.2022 bis zum 31.03.2024 gelten.

Wir werden die Umsatzsteuerreduzierung vollständig an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben. Der Abschlag bleibt vorerst auf dem aktuellen Niveau bestehen. Die reduzierte Umsatzsteuer wird dann in Ihrer Abrechnung berücksichtigt.

Berücksichtigt die WVV Energie die Rücknahme der Gasbeschaffungsumlage?

Ja, die WVV Energie wird die Gasbeschaffungsumlage vollständig zurücknehmen. Sie müssen sich dabei um nichts kümmern.

Die Preise werden automatisch um 2,419 ct/kWh gesenkt. Auch die Preis-Nachholung für Oktober wird bei betroffenen Kunden zurückgenommen.

Allerdings wurde nur die Gasbeschaffungsumlage gekippt, die Gasspeicher- und Bilanzierungsumlage bleiben bestehen.

Soll ich meinen Abschlag jetzt anpassen?

Nein, wir empfehlen ausdrücklich Ihren Abschlag auf dem aktuellen Niveau zu belassen.

Ihre Abschläge werden nicht automatisiert gesenkt, da die WVV Energie zunächst die zukünftige Entwicklung hinsichtlich der Gaspreisbremse abwarten möchte. Eine Anpassung wird vorgenommen, sobald alle Faktoren feststehen und berücksichtigt werden können.

Wenn Sie möchten, passen wir Ihren Abschlag aber selbstverständlich an. Dennoch empfehlen wir Ihnen ausdrücklich Ihren Abschlag so zu belassen, da trotz geplanter Einführung einer Gaspreisbremse mit einem steigenden Preisniveau zu rechnen ist.

Warum wird die Gasbeschaffungsumlage wieder abgeschafft?

Die vom Bund zum 1. Oktober beschlossene Gasbeschaffungsumlage wurde kurzfristig gekippt.

Die Gasbeschaffungsumlage wurde ursprünglich von der Bunderegierung eingeführt, um in Not geratene Gasimporteure vor einer Insolvenz zu schützen und damit die Energieversorgung in Deutschland zu sichern. Stattdessen sollen die Gasimporteure nun eine direkte Unterstützung vom Staat erhalten.

Die Gasbeschaffungsumlage ist damit hinfällig und die Gaskunden sollen entlastet werden.

Wie konnten die Marktpreise so stark steigen?

Ursachen waren u. a. das Anziehen der Wirtschaft nach der Corona-Krise und eine andauernde Windflaute. Dieser erste starke Anstieg der Marktpreise führte zu zahlreichen Aufkündigungen durch Billiganbieter. Die einspringenden Grundversorger mussten diese unvorhersehbaren Mehrmengen anschließend am Energiemarkt teuer einkaufen.

Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat sich die Preissituation durch die schwer vorhersehbare Marktlage weiter verschärft. Weiterführende Informationen zum Thema Energiepreisentwicklung finden Sie hier .

Kann ich vorsorglich meinen Abschlag erhöhen?

Abschlagsanpassung im Onlineservice

Bei allen WVV Energiekunden, bei denen eine Preisanpassung im Gas zum 1. Mai erfolgte, wurde der Abschlag durch die WVV Energie automatisch erhöht.

Darüber hinaus können Sie Ihren Abschlag über den WVV Onlineservice einsehen und anpassen.

Zum WVV Onlineservice

Welche Tarife sind aktuell von einer Preiserhöhung betroffen?

Grundsätzlich werden wir uns sowohl für Gas als auch für Strom auf ein deutlich höheres Preisniveau einstellen müssen. Die WVV Energie konnte eine Preiserhöhung für ihre Kunden im Vergleich zu anderen Anbietern lange zurückhalten.

Seit dem 1. Mai mussten allerdings auch wir die stark erhöhten Beschaffungspreise an unsere Bestandskunden im Bereich Gas weitergeben. Sobald eine Preisanpassung für Ihren Tarif erforderlich ist, werden Sie rechtzeitig vorab über ein Preisanpassungsschreiben informiert.

Wie kann ich meine Energiekosten senken?

Durch die steigenden Beschaffungskosten kann ein Anstieg des Preisniveaus leider nicht verhindert werden.

Wie Sie Ihren individuellen Energieverbrauch und somit auch die Kosten senken können, haben wir unter unseren Energiespartipps für Sie zusammengefasst.

Um Ihnen als unseren Kunden die bestmögliche Unterstützung zu bieten, arbeiten wir aktuell an Lösungen, um Sie bei der Erhöhung Ihrer individuellen Energieeffizienz unterstützen zu können.

Wie werden sich die Strom- und Gaspreise zukünftig entwickeln?

Die genaue zukünftige Entwicklung am Energiemarkt ist aktuell kaum vorherzusehen, doch nach aktuellem Stand werden die Preise vorläufig auf einem hohen Niveau stagnieren oder sogar noch weiter steigen.

Die WVV Energie tut ihr Möglichstes, um die Preisbelastung für ihre Kunden so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig für größtmögliche Stabilität zu sorgen.

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Marktlage für mich als Fernwärme-Kunde?

Da Erdgas regional die hauptsächliche Energiequelle zur Erzeugung der Fernwärme ist, werden sich ebenfalls die Fernwärmepreise erhöhen.

Weiterführende Informationen zum Thema Preisentwicklung.

Für die WVV Energie steht der Kunde an erster Stelle. Daher möchten wir Ihnen auch in der aktuellen Situation größtmögliche Transparenz bieten.

In unserem Artikel zum Thema "Energiepreisentwicklung" (Stand 10. Juni 2022) erklären wir Ihnen daher die Zusammenhänge der aktuellen Marktsituation.

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FAQ – Energieversorgung

Wie kann ich wieder Kunde bei der WVV Energie werden?

Selbstverständlich nehmen wir weiterhin fair und zuverlässig unsere Rolle als lokaler Grundversorger wahr. Sollten Sie Ihrem Strom/-Gasversorger gekündigt haben oder wurden selbst gekündigt, brauchen Sie nichts weiter zu unternehmen. Wir beliefern Sie automatisch zu den Allgemeinen Preisen der Ersatzversorgung.

Aufgrund der stark gestiegenen Beschaffungspreise können wir Ihnen derzeit nur das Tarifangebot zur Ersatzversorgung machen.

Die Ersatzversorgung gilt für Haushaltskunden und Nicht-Haushaltskunden (Gewerbekunden mit einem Jahresverbrauch über 10.000 kWh)
Strom Ersatzversorgung (Stadt Würzburg)
Strom Ersatzversorgung (Gemeinden)
Gas Ersatzversorgung

Ist mein Vertrag bei der WVV Energie sicher?

Ja. Denn die WVV Energie verfolgt eine vorausschauende und strategische Energiebeschaffung mit größtmöglicher Planungssicherheit.

Aufkündigungen – wie sie im vergangenen Jahr bei diversen Discountern vermehrt vorkamen – sind für WVV Energiekunden ausgeschlossen.

Auch im Falle einer Gasmangellage bleiben laufende Verträge mit Bestandskunden weiterhin bestehen. Was sich im Rahmen des Gasnotfallplans voraussichtlich ändern wird, sind die Preise selbst. Dies liegt zum einen an den, von der Bundesregierung beschlossenen, Notfallmaßnahmen zur Sicherstellung der Energieversorgung begründet. Zum anderen müssen alle Energieversorger durch den Wegfall russischer Gasmengen kostenintensive Ersatzbeschaffungen tätigen und diese Mehrkosten in den Markt weitergeben.

Lohnt es sich bei der WVV Energie zu bleiben?

Ja, es lohnt sich auf jeden Fall bei der WVV Energie zu bleiben!

Unsere Strom- und Gaspreise sind aktuell im Marktvergleich weiterhin attraktiv.

Außerdem treiben wir gemeinsam mit unseren Kunden/-innen die Energiewende in Würzburg voran und engagieren uns für die Region und die Menschen – und das schon seit über 50 Jahren.

Mit uns an Ihrer Seite blicken Sie in eine sichere, nachhaltige Zukunft.

Wir freuen uns, Sie auch weiterhin als Kunde bei uns begrüßen zu dürfen.
100 % Würzburg. 100 % für Sie da.

Was bedeutet die ausgerufene Alarmstufe aus dem Notfallplan Gas für mich als Verbraucher?

Aktuell ist die Gasversorgung in Würzburg gesichert.

Der Notfallplan Gas für Deutschland hat insgesamt drei Stufen und soll die sichere Versorgung der Verbraucher mit Gas gewährleisten. Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde bereits Ende März die erste Stufe („Frühwarnstufe“) ausgerufen. Wegen der Drosselung der russischen Gas-Lieferungen hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz am 23. Juni 2022 die zweite Stufe („Alarmstufe“) ausgerufen.

Wichtig: Aktuell besteht keine Gasmangellage, angeordnete Abschaltungen von Industriekunden oder vergleichbare staatliche Markteingriffe sind derzeit nicht erforderlich. Privatkunden und soziale Einrichtungen stehen unter einem besonderen Schutz und werden laut Notfallplan Gas auch im Krisenfall weiter mit Gas beliefert. Trotz angespannter Lage müssen sich Privatkunden zum jetzigen Zeitpunkt keine Sorgen um ihre Gasversorgung machen.

Wer hat die Alarmstufe ausgerufen und aus welchen Gründen?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat am 23. Juni 2022 die zweite Stufe des Notfallplan Gas (Deutschland) ausgerufen, die sogenannte Alarmstufe. Grund hierfür ist, dass Russland die Gasflüsse durch die Pipeline Nord Stream 1 deutlich reduziert hat. Dies hat zu einer Verschlechterung der Gasversorgungslage geführt und das Ausrufen der Alarmstufe erforderlich gemacht. In der Alarmstufe sichern marktbasierte Maßnahmen die Versorgung, z. B. die Umschaltung auf alternative Energieträger oder die Einsparung von Energie.

Wie sollen wir uns in der Alarmstufe verhalten?

Die Versorgung der privaten Haushalte ist gesichert. Die Lage ist aber ernst. Durch das Ausrufen der Alarmstufe sendet die Bundesregierung ein klares Signal an alle Verbraucher, wo es möglich ist Energie einzusparen. Wir alle – Privathaushalte, Betriebe und Kommunen – können einen Beitrag leisten, die Versorgung im kommenden Winter zu sichern. Die Stadtwerke Würzburg unterstützen die von der Bundesregierung angestoßenen Initiativen zum Energiesparen und stellen umfangreiche Informationen und Beratungsangebote zu den Themen Energieeffizienz und Energieeinsparung bereit.

Gleichzeitig treffen die Stadtwerke Würzburg Vorsorgemaßnahmen und bereiten sich auf eine mögliche Gasmangellage im kommenden Winter vor. Es wurde ein Krisenstab eingerichtet und die Verantwortlichen der Stadtwerke Würzburg sind in engem Austausch mit Behörden und Verbänden.

Was steckt hinter dem ausgerufenen Gas-Notfallplan der EU?

Neben den bundesweiten Vorsorgemaßnahmen im Rahmen des Notfallplans Gasfür Deutschland werden auch länderübergreifend Vorbereitungen getroffen, um einer möglichen Gasmangel-Lage in der EU vorzubeugen.

Der europäische Gas-Notfallplan ist am 09.08.2022 in Kraft getreten und dient der Vorbereitung auf eine mögliche Einstellung der russischen Erdgaslieferung auf EU-Ebene. Hierbei wurde sich darauf verständigt, dass alle EU-Länder ihren Gasverbrauch auf freiwilliger Basis von Anfang August 2022 bis März 2023 um 15 % senken.

Welche konkreten Maßnahmen für die Erreichung des Einsparziels vorgenommen werden, ist hierbei den EU-Ländern selbst überlassen.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen sind sowohl öffentliche Institutionen als auch Gewerbetreibende sowie die Bevölkerung dazu aufgerufen, Energie einzusparen ( freiwillige Energiesparmaßnahmen ).

Die Stadt Würzburg hat bereits am 08.08.2022 Maßnahmen ergriffen, um den Energieverbrauch im öffentlichen Raum zu reduzieren. Weitere Infos

Wie steht es um die Erdgasversorgung, was passiert wenn Russland die Lieferung einstellt?

Aktuell ist die Erdgasversorgung in der Region gesichert (Stand August 2022). Die weitere Entwicklung der Versorgungssicherheit im Erdgas hängt von zahlreichen Komponenten ab:

  • Lieferumfang der russischen Gasmengen
  • Energiesubstitutionsmaßnahmen in den staatlichen, städtischen und den privatwirtschaftlichen Bereichen sowie dem Ausbau erneuerbarer Energien
  • Politische Vereinbarungen über die Verteilung der Gasmengen innerhalb der EU
  • Fülltempo der Gasspeicher
  • Witterung und damit einhergehender Gasverbrauch
  • Verantwortungsvolle Energienutzung von Bürgerinnen und Bürgern, öffentlichen Institutionen sowie Gewerbetreibenden (freiwillige Energiesparmaßnahmen )
  • Weitere politisch verordnete und verpflichtende Einsparmaßnahmen

Abhängigkeit von der russischen Gaslieferung:

Russland ist ein großer, aber nicht der einzige Gaslieferant.
Sie als Privatkunde sowie soziale Einrichtungen stehen gesetzlich unter einem besonderen Schutz. Das bedeutet, dass Ihre Belieferung auch im Falle einer teilweisen Versorgungsunterbrechung gewährleistet werden soll. Ziel ist es, die Auswirkungen einer Gasmangellage auf die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Aktuell und beim Fortschreiten der Gasmangellage sind wir jedoch alle dazu aufgefordert, Energie einzusparen und somit eine größtmögliche Füllung der Gasspeicher zu ermöglichen.

Gehört das Würzburger Heizkraftwerk zur besonders geschützten Gruppe?

Das Heizkraftwerk in Würzburg ist besonders wichtig für die Energieversorgung und wurde von der Bundesnetzagentur als "geschützt" eingestuft.

Das heißt: bei Netzengpässen – etwa durch Windflauten –, Spannungsverlusten oder auch einem Blackout kann der Übertragungsnetzbetreiber auf Kapazitäten des Würzburger Kraftwerks zurückgreifen und diese ins Netz einspeisen.

Das schützt die Kunden, die Fernwärme beziehen gleichzeitig vor Versorgungsunterbrechungen.

Was tut die WVV Energie, um ihre Unabhängigkeit zu erhöhen?

In den vergangenen Jahren haben wir zum einen am Ausbau eigener Erzeugungsanlagen gearbeitet und betreiben an der Friedensbrücke das 2022 modernisierte Heizkraftwerk, bei dem sowohl Strom als auch Wärme selbst erzeugt werden.

Für die WVV Energie sind Regionalität sowie die Investition in erneuerbare Energien zentrale Anliegen.

Gleichzeitig suchen wir im Rahmen der WVV Bürgerbeteiligung kontinuierlich neue Flächen, um in die Installation weiterer Photovoltaik-Anlagen und somit in die regionale nachhaltige Stromerzeugung zu investieren.

Auch über Programme wie unseren Regionalstrom fördern wir die Energieerzeugung vor Ort und somit die Unabhängigkeit des inländischen Energiesektors.

Woher bezieht die WVV ihr Erdgas?

Die Vertragspartner für den Erdgasbezug der WVV Energie sind Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die ihre Gasmengen aus unterschiedlichen Erzeugungsquellen beziehen.

Der Transport und die Verteilung von Erdgas erfolgt über das deutsche Gasnetz. Hier werden alle importierten sowie inländisch erzeugten Gasmengen eingespeist und sicher zu den verschiedenen Verbrauchsstellen befördert. Welches Erdgas dabei in welcher Region Deutschlands aus der Leitung kommt, wird über die zugrundeliegende Infrastruktur bestimmt.

Physikalisch stammt das Erdgas im Versorgungsgebiet der WVV Energie aus Norwegen. Im Falle eines Ausfalls der russischen Gaslieferungen erfolgt eine Umverteilung der in Deutschland weiterhin verfügbaren Gasmengen zur deutschlandweiten Sicherung der Gasversorgung.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine arbeitet die Bundesregierung an verschiedenen Maßnahmen, um die Abhängigkeit vom russischen Gasimport weiter zu verringern.

In Deutschland stammen rund 88 % des Erdgases aus Russland, Norwegen und den Niederlanden.

Was kann ich als Kunde für mehr Unabhängigkeit tun?

Gerade jetzt möchten wir unsere Kunden zum Schritt in die eigene Energie-Freiheit ermutigen. Für Besitzer eines Eigenheims ermöglicht z. B. eine eigene Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage die Erhöhung der eigenen Energie-Autarkie.

Das PV-Team der WVV Energie steht Ihnen zu Fragen rund um Ihre eigene PV-Anlage gerne jederzeit zur Verfügung. Weitere Infos finden Sie hier .

Aber auch für Kunden, die in einem Mietverhältnis stehen, arbeiten wir aktuell an Unterstützungsmöglichkeiten, um die eigene Energieeffizienz zu erhöhen und die Preislast der aktuellen Marktsituation möglichst zu minimieren.

Zudem ist ein verantwortungsvoller Umgang mit dem eigenen Energieverbrauch in der aktuellen Lage zentral.
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Bekomme ich eine Förderung bei der Umstellung auf eine andere Wärmequelle?

Ja. Die "Bundesförderung für effiziente Gebäude" – kurz BEG – fasst frühere Förderprogramme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich zusammen und unterstützt unter anderem den Einsatz neuer Heizungsanlagen, die Optimierung bestehender Heizungsanlagen, Maßnahmen an der Gebäudehülle und den Einsatz optimiertes Anlagetechnik.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen zum Thema Energieversorgung

Auch wenn eine Vorhersage zur weiteren Entwicklung der Marktlage schwierig ist – aktuell sind Sie in Sachen Energie nirgends besser aufgehoben als bei einem Stadtwerk wie der WVV Energie. Wir tun unser Möglichstes, um Ihnen eine zuverlässige Versorgung zu fairen Preisen sicherzustellen.

In unserem Artikel "Energiebeschaffung" (Stand 24. Juni 2022) erklären wir, warum Sie bei uns auch aktuell gut aufgehoben sind.

Zusammenhänge zur Versorgungssicherheit im Bereich Gas finden Sie hier (Stand 11. März 2022).

Sie sind Geschäftskunde und haben Fragen zur aktuellen Marktlage? Wenden Sie sich hierfür gerne direkt an Ihren Kundenberater oder an unsere Mitarbeiter im WVV Kundenzentrum .

Sie haben Fragen?

Gerne möchten wir gerade in der aktuellen Zeit persönlich für Sie da sein.

Falls Sie uns telefonisch erreichen möchten, bitten wir in der aktuellen Situation um Ihr Verständnis, dass es aufgrund deutlich vermehrter Anfragen im Kundenservice derzeit zu längeren Wartezeiten kommen kann.

Sie können sich jedoch darauf verlassen, dass wir alles daransetzen, unseren ausgezeichneten Service schnellstmöglich wieder ohne lange Wartezeiten für Sie gewährleisten zu können.

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