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WVV realisiert erfolgreich Mieterstrommodell mit Anbindung an SAP-System

Würzburg, 24.11.2020

Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) hat in Kooperation mit der Thüga SmartService GmbH (TSG) und der EMH metering GmbH & Co. KG (EMH) ein Mieterstromprojekt im neuen Würzburger Stadtteil Hubland realisiert. Die Besonderheit daran: Es ist deutschlandweit das erste TSG-Mieterstrommodell, bei dem ausschließlich moderne Messeinrichtungen in Kombination mit einem Smart Meter Gateway zum Einsatz kommen und die Abrechnung über ein SAP-System erfolgt.

Mieterstrommodelle haben in den letzten Jahren sowohl in der Energie- als auch in der Immobilienwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie bieten in verschiedenen Varianten auch Personen ohne Eigenheim die Möglichkeit, ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Den im direkten räumlichen Zusammenhang erzeugten Strom – beispielsweise aus einer PV-Anlage – verbrauchen die Bewohner des Mietobjektes selbst. Nur wenn die Anlage nicht genügend Energie liefert, wird zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen. Umgekehrt wird nicht verbrauchter PV-Strom in das Netz der öffentlichen Stromversorgung eingespeist.

Das Mieterstromobjekt in der Norbert-Glanzberg-Straße im Würzburger Stadtteil Hubland besteht aus zwei identischen Komplexen à 24 Wohneinheiten und einer gemeinsamen PV-Anlage mit einer Leistung von 60kWp. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die Stadtwerke Würzburg AG, eine Tochtergesellschaft der WVV. Die für die PV-Anlage notwendigen Dachflächen wurden von der Würzburger Wohnungsgenossenschaft (WWG) verpachtet. Jeder der beiden Komplexe verfügt über eine PV-Erzeugungsmessung, eine Zweirichtungszählung für Netzbezug und Einspeisung sowie über eine Allgemeinstrommessung, allesamt aufgrund der hohen Energieflüsse als Wandlermessung ausgeführt und an ein Smart Meter Gateway angebunden.

Die komplette messtechnische Installation der einzelnen Komponenten erfolgte durch die Mainfrankennetze GmbH (MFN), ebenfalls ein Tochterunternehmen der WVV. Als Smart Meter Gateway Administrator unterstützte die Thüga SmartService GmbH (TSG) das Projekt. Die eingebauten Smart Meter Gateways stammen aus dem Hause EMH metering GmbH & Co. KG (EMH). Realisiert wurde das Projekt im Zeitraum von April bis September 2020. Der Einbau der ersten Zähler erfolgte Ende August 2020.

Anspruchsvolle Umsetzung als große Herausforderung

„Mit dem Einbau der Smart Meter Gateways der Firma EMH metering und der TSG als Smart Meter Gateway Administrator wurden die Voraussetzungen geschaffen, dieses Projekt zu stemmen“, sagt Peter Saam, Geschäftsführer der Mainfrankennetze GmbH. „Dabei erwies sich die Zusammenarbeit mit den beiden renommierten Partnern für intelligente und aufeinander ab-gestimmte Messsysteme als besonderer Glücksfall. Es war viel technisches Know-how erforderlich und es konnten wertvolle Erkenntnisse im Umgang mit der neuen Hardware und der besonderen Handhabung, z.B. im Bereich der sicheren Lieferkette, gewonnen werden.“

„Mit unserem Smart Meter Gateway CASA lassen sich Mieterstrommodelle ganz einfach abrechnen“, betont Peter Heuell, Geschäftsführer der EMH metering GmbH. „Die Energie- und Immobilienwirtschaft gewinnt dadurch ein effektives Geschäftsmodell für die Energiewende. Auslieferung und Inbetriebnahme unserer Gateways sind trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie reibungslos verlaufen. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem Partner Thüga SmartService hat sich hier erneut bewährt.“

Die größte Herausforderung des Projektes lag in der besonders aufwändigen prozessualen Umsetzung durch die Integration von Zählern, SMGW-Administration und SAP-System, um die er-fassten Verbrauchsdaten minutiös den einzelnen am Mieterstrommodell teilnehmenden Kunden zuordnen zu können. Die durch die intelligenten Messsysteme zur Verfügung gestellten Zählerstandsgänge werden so im „Mieterstrom-Rechenkern“, der in das GWA/EMT-System der TSG integriert ist, rechnerisch und Mieterstromgesetz-konform je Wohneinheit in PV-Strom und Netzbezug aufgeteilt.

Auch die Berücksichtigung von Kunden, die nicht am Modell teilnehmen und die nicht von den Stadtwerken Würzburg ihre Energie vollständig aus dem MFN-Netz beziehen, findet hierbei Berücksichtigung.

Neu und bisher einzigartig beim WVV-Mieterstrommodell ist die Anbindung der TSG-Mieterstromberechnung an ein SAP-System. Die WVV fungierte hier als Pilotkunde. Die Erkenntnisse, die TSG aus dem Projekt gesammelt hat, werden auch für die Anbindung künftiger Mieterstromprojekte mit SAP-Systemen verwendet.

„Wir konnten mit unserer ganzheitlichen Lösung für das Mieterstrom-Projekt der Würzburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft ein umfassendes Rundum-Sorglos-Paket anbieten“, sagt Peter Hornfischer, Geschäftsführer der Thüga SmartService. „Von der Unterstützung der EMH-eigenen sicheren Lieferkette, die wir in unser Workforce-Management-System integriert haben, über die SMGW-Administration bis hin zur Abrechnung im SAP IS-U. Das macht die Attraktivität dieser Lösung für Kunden aus.“

Innerhalb der WVV wurde ein eigenständiges Mieterstrom-Projektteam zusammengestellt. Dieses bestand aus MitarbeiterInnen der Bereiche Messtechnik, Kundenmanagement und IT.

„Obwohl uns die Komplexität des Projektes durchaus vor technische und logistische Herausforderungen stellte, haben wir, nicht zuletzt dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit unseren Partnern TSG und EMH innerhalb kurzer Zeit ein Modell auf die Beine gestellt, das Beachtung verdient. In hervorragender Weise konnten die vielfältigen prozessualen Fragestellungen aufgegriffen und pragmatische Lösungen entwickelt werden“, sagt Mathias Siebenlist, Projektleiter des Mieterstrommodells im Bereich Kundenmanagement der WVV. „Sowohl die WVV-interne Zu-sammenarbeit zwischen Netzgesellschaft, Kundenmanagement, IT und Vertrieb, wie auch die Kooperation mit unseren externen Partnern TSG und EMH waren geprägt von einem wechselseitigen Know-how-Austausch und der gemeinsamen lösungsorientierten und fokussierten Umsetzung des Projektes.“

Auch aus Vertriebssicht sieht die WVV im Mieterstrommodell langfristige Erfolgschancen. Gleichzeitig ist das Projekt für das Unternehmen aber auch ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir die Kundenanforderung gemeinsam mit unseren Partnern umsetzen konnten“, so Florian Doktorczyk, Abteilungsleiter Vertrieb der Stadtwerke Würzburg AG. „Die Realisierung eröffnet nun ein weiteres interessantes Kapitel der Energiewende für unsere Kunden. Insgesamt erwarten wir verstärktes Kundeninteresse an diesen Lösungen und planen daher auch weiterführende Vermarktung dieser Projekte.“

Mieterstromprojekt WVV – Daten und Fakten

Das Mieterstromprojekt der WVV in der Norbert-Glanzberg-Str.10 -12 sowie analog in der Norbert-Glanzberg-Str. 14 -16 in Würzburg besteht aus insgesamt 48 Wohneinheiten (pro Haus-nummer 24 Wohneinheiten). Beide Hausnummern werden von einer PV-Anlage mit einer Leistung von 60kWp versorgt. Insgesamt wurden 24 Zähler für die Wohnungen sowie ein Zähler für Allgemeinstrom, ein Übergabezähler (jeweils für Netzbezug und Einspeisung) und ein Zähler für Gesamterzeugung der PV-Anlage eingebaut. Für die Wohnungszähler wurden Steckzähler eingesetzt. Für Allgemeinstrom und Übergabezähler wurden Dreipunkt-Zweirichtungs-Messwandlerzähler der Firma EMH (Typ: eBZD) verbaut. Die Anbindung der Zähler erfolgte über ein Smart Meter Gateway vom Typ CASA-1.0, ebenfalls aus dem Hause EMH.

Pro Hauseinheit wurden insgesamt sieben Smart Meter Gateways eingebaut. Vier Wohnungszähler werden dabei über ein SMGW gesteuert. In Summe wurden also 48 Zähler an 14 Smart Meter Gateways angeschlossen. Allgemeinstrom und Übergabezähler sind zusammen mit einem SMGW verbunden. Um den Empfang im Hausanschlussraum zu verbessern, wurde jedes Smart Meter Gateway mit einem ca. 35 Meter langen Antennenkabel an eine Mehrbereichsantenne angeschlossen.

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