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Modernisierung und Speicher – unser Beitrag zur Energiewende

Würzburg, 04.07.2019

Der WVV-Konzern trägt als Energieversorger der Region Würzburg Verantwortung für einen nachhaltigen Klimaschutz. Zentrale Aufgabe ist der effiziente Einsatz der Energieträger und eine verlustarme Verteilung der umgewandelten Energien. Ab 2020 wird das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke umfangreich modernisiert. Dies stellt einen weiteren Meilenstein zur Reduzierung von CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz in Würzburg dar. Auffälligster Bestandteil des Projektes wird die Integration eines modernen Heißwasserspeichers in das Gebäude sein, der zu noch mehr Flexibilität des Kraftwerks beitragen soll.

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke übernimmt bei der Integration der erneuerbaren Energien in Würzburg und der Region eine wichtige Aufgabe: Die hocheffizienten Gas- und Dampfturbinen-Anlagen, die nach dem umweltfreundlichen Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, leisten seit vielen Jahren einen wichtigen Betrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Bis 2021 steht nun eine umfassende Modernisierung der Turbinen- und Kesselanlagen sowie der Einbau eines großen Wärmespeichers im Kraftwerk an. Geplant ist dabei unter anderem eine Modernisierung der Gasturbine GT I, der Einbau einer Entnahme-Gegendruck-Dampfturbine sowie die Integration des Wärmespeichers, mit dem sich Fernwärme zwischenspeichern lässt.

„Gerade die Wirkungsgradsteigerung der Gasturbine GT I in Verbindung mit dem Betrieb einer Entnahme-Gegendruck-Dampfturbine, die keine Abdampfwärme in den Main, sondern in das Fernwärmeheißwassernetz speist, bewirken eine deutliche Steigerung des Nutzungsgrades“, erklärt Armin Lewetz, Geschäftsführer der Heizkraftwerk Würzburg GmbH. Der neue Wärme-speicher bietet dazu die erforderliche Flexibilität. Das Ergebnis wird eine deutliche Reduzierung der NOx- und CO2-Emissionen sowie des Wärmeeintrags in den Main sein. „Neben diesen posi-tiven Auswirkungen auf die Umwelt steigt der Beitrag des Heizkraftwerkes zur Stabilisierung der Stromübertragungsnetze, da die Modernisierung der Gasturbine und die neue Dampfturbine die Regelleistungsfähigkeit erhöhen“, so Armin Lewetz.

Clevere Lösung: Integration eines modernen Wärmespeichers im Innern des HKW

In den Jahren 2010/11 wurde damit begonnen, das Würzburger Fernwärmenetz von Dampf auf Heißwasser umzustellen. Durch die weitere Umstellung verbessert sich der Wirkungsgrad des HKWs weiter, was nun den Einbau eines Wärmespeichers erfordert, der eine Höhe von 45 Metern sowie einem Durchmesser von 10 Metern einnehmen wird. Anders als in anderen Städten, wo solche Speicher außerhalb des Kraftwerks aufgestellt werden, bietet das Würzburger Heizkraftwerk die Möglichkeit den Wärmespeicher im Inneren des Gebäudes zu integrieren und da-mit auch die städtebaulichen Anforderungen zu erfüllen. „Heutzutage gelten für ein Kraftwerk nicht mehr nur die Zielkriterien von Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit und Klimaschutz“, meint Armin Lewetz. „Ein wichtiger Punkt ist auch die Akzeptanz der Bürger. Das Erscheinungsbild spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. In Würzburg, wo das Kraftwerk quasi Teil der Stadtsilhouette ist, wird dies besonders deutlich.“ In der Sitzung der Kommission für Stadtbild und Architektur der Stadt Würzburg am 5. April2019 wurde die Erweiterung der Fassade und die städtebauliche Integration des Speichers vorgestellt. Das Ergebnis der Kommission auf die Entwürfe des Architektenbüros Brückner & Brückner war äußerst positiv. Die angepasste Gestaltung wurde unverändert im Bauantrag berücksichtigt. In die Architektur des Kraftwerks fügt sich der Speicher, der durch Absenkung in den Boden nur noch 13 Meter aus dem Gebäude herausragen wird, visuell perfekt ein.

Vorbereitungen für die Modernisierung laufen

Die Vorbereitungen der Modernisierungsarbeiten laufen bereits. Aktuell werden die Anlagenkomponenten des alten Kohlekessels, der bereits seit 2004 „überflüssig“ geworden ist, demontiert. In der ersten Juliwoche wurde dazu ein großer Kran neben dem HKW aufgestellt, der die Teile des alten Kohlekessels durch das Dach des Kraftwerks hob, um Platz für den neuen Wärmespeicher zu machen. Die Teile des alten Kohlekessels werden bis zu seiner Abholung im Herbst 2019 durch den neuen Besitzer im Neuen Hafen gelagert. Die Arbeiten am Speicherfundament sind zum Jahreswechsel 2019/20 vorgesehen, die Speicherkomponenten sollen im April 2020 geliefert und eingebaut werden. Die abschließende Fertigstellung der Fassaden- und Verkleidungsarbeiten ist für Mitte 2021 vorgesehen. Die Investitionen für die Modernisierung des HKW belaufen sich auf 41 Millionen Euro.

Würzburg als Vorreiter bei der Erzeugung umweltfreundlicher Energie und Wärme

Die Historie des Kraftwerks zeigt, dass Würzburg bei der Erzeugung umweltfreundlicher Energie und Wärme seit vielen Jahren ein Vorreiter ist, da bereits seit 2004 vollkommen auf den Einsatz von Kohle verzichtet wird. Die zunehmende Verknappung von Kapazitäten zur Stromerzeugung in Deutschland, verbunden mit einem verstärkten öffentlichen Interesse an einer umweltfreundlichen Energieversorgung, führten bereits im Jahr 2003 zum Bau der ersten Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD I) im Heizkraftwerk an der Friedensbrücke. 2007 folgte der Einbau einer zweiten Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD II), mit der Strom produziert werden sollte, insbesondere auch in den Zeiten, in denen das Angebot knapp war. Somit konnte flexibel auf Bedarfsschwankungen im Energiemarkt reagiert werden. Bis zu 85 % des Stromabsatzes in Stadt und Region kann im Würzburger Heizkraftwerk selbst erzeugt werden, ein Eigenerzeugungsanteil, der in deutschen Städten seines Gleichen sucht. Neben der technischen Modernisierung wurde das Kraftwerk während dieser ersten Modernisierungsphase auch mit einer neuen Fassade verkleidet, die sich architektonisch perfekt in die Würzburger Stadtsilhouette einfügt.

„Bereits im Zeitraum von 1990 bis 2006 gingen die CO2-Emissionen in Würzburg von etwa 1,41 Mio. Tonnen auf etwa 0,96 Mio. Tonnen zurück, was im Wesentlichen auf die damalige Modernisierung des Kraftwerkes an der Friedensbrücke zurückzuführen ist“, erklärt Armin Lewetz, und fügt hinzu: „Mit der jetzigen Modernisierung folgen wir der Entwicklung der energiepolitischen Rahmenbedingungen. Neben einer weiteren Senkung der CO2-Emissionen werden wir von einer Steigerung des Nutzungsgrads um ca. 5 % profitieren. Die Flexibilität des Kraftwerks nimmt also noch einmal deutlich zu.“ Der Betrieb der Anlagen kann sich somit noch stärker am Strommarkt orientieren und gleichzeitig den Wärmebedarf decken.

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