Unsere Website setzt Cookies ein, welche die Bereitstellung unserer Dienste erleichtern und eine bestmögliche Anpassung an die Bedürfnisse unserer Besucher ermöglichen. Mehr erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Servicemenü

Warum wird das Trinkwasser am Dallenberg noch immer gechlort?

17.02.2017

Nach den Enterokokkenbefunden am Hochbehälter Dallenberg 2 im Oktober und Novem-ber vergangenen Jahres wird die vorsorgliche Chlorung des Trinkwassers in diesem Versorgungsbereich aktuell weiteraufrechterhalten. Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (WVV) arbeitet derzeit noch fieberhaft an der Suche nach einer Ur-sache. Bis diese geklärt ist, wird die Chlorung des Trinkwassers im Rahmen der Vorga-ben der Trinkwasserverordnung weitergeführt.

Doch was geschieht bei der Ursachenforschung genau? Wie lange wird die Chlorung im besagtem Versorgungsgebiet noch anhalten? Und ist Chlor im Trinkwasser gesundheitsschädlich?

Viele Fragen, die insbesondere die Anwohner am Dallenberg bewegen. Die WVV ist sich ihrer Verantwortung für die Sicherheit und gesundheitliche Unbedenklichkeit des Würzburger Trinkwassers bewusst und tut alles, um seine Qualität zu schützen und vor schädlichen Einflüssen zu bewahren. Aus diesem Grund läuft derzeit am Dallenberg ein umfassendes Untersuchungs- und Überwachungsprogramm mit täglichen Kontrollen. Der aktuelle Stand und die Hintergründe lassen sich wie folgt darstellen:

Warum wird das Wasser am Dallenberg aktuell noch gechlort?

Die WVV befindet sich derzeit noch in einer mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Vorgehensweise der Ursachenermittlung. Der Hochbehälter wird dabei systematisch auf mögliche Keime im Trinkwasser untersucht.

Wie muss man sich die Untersuchungen vorstellen, die aktuell laufen? Was genau geschieht da?

Folgende Maßnahmen zur Kontrolle und Überwachung der Qualitätssicherung sowie zur Erkundung von Ursachen des Enterokokkenbefundes am Hochbehälter Dallenberg 2 werden aktuell durchgeführt:

• Inspektion der einzelnen Behälterkammern zur Feststellung von Mängeln einschließlich Reinigung

• Einzelbewirtschaftung der Wasserkammern

• Kontinuierliche Desinfektion mit einem freien Chlornachweis zwischen 0,15 – 0,25 mg/l und festinstallierte Nachweismessung mit Grenzwertübertragung zur Netzleitstelle

• Tägliche Kontrollmessung der Chlorzugabe und händische Nachweismessungen

• Wöchentliche, mikrobiologische Untersuchungen durch unser akkreditiertes Trinkwasserlabor

• Kontrolle des Rohrnetzes auf Dichtheit

• Hydrantenkontrolle

• Kontrolle einzelner Hausanschlüsse

• Verbrauchs- und Netzdruckmessungen unter Berücksichtigung besondere Verbrauchsverhältnisse

Können die Untersuchungen überhaupt durchgeführt werden, wenn das Trinkwasser gerade mit Chlor desinfiziert wird?

Ja, bezogen auf die einzelnen Wasserkammern, die ungechlort in der zeitlichen Entwicklung beobachtet werden, sind diese Untersuchungen durchführbar und die Ergebnisse auch während der laufenden Chlorung auswertbar.

Wo werden die Untersuchungen durchgeführt?

Die WVV besitzt ein eigenes akkreditiertes Trinkwasserlabor. Hier werden jährlich mehr als 20.000 Wasserproben untersucht. Den Dienst des WVV-eigenen Trinkwasserlabors, das heißt Analyse und Beratung, kann übrigens jeder in Anspruch nehmen.

Wie lange werden die Untersuchungen voraussichtlich noch dauern? Wie lange wird das Trinkwassers am Dallenberg noch gechlort?

Aufgrund der Komplexität der Untersuchungen werden sich diese noch über mehrere Monate hinziehen. Die vorsorgliche Chlorung des Trinkwassers wird dabei noch mindestens sechs bis acht Wochen aufrechterhalten. Alle Maßnahmen erfolgen immer in Absprache mit dem Ge-sundheitsamt.

Wie können überhaupt Keime ins Wasser gelangen?

Die Ursachen hierfür können vielfältig sein, da wir in einer belebten Umwelt, nicht in einer sterilen, leben. Enterokokken beispielsweise sind relativ resistent gegen Austrocknung und widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse. Sie vermehren sich nicht im Wasser, sondern nur im menschlichen oder tierischen Körper. Deshalb gibt ein Enterokokken-Befund einen starken Hinweis auf fäkale Einträge in das Trinkwasser. Zu einer Kontamination kann es beispielsweise durch undichte Senkgruben oder Abwasserkanäle, aber auch durch technische Defekte im Verteilungsnetz kommen. In manchen Fällen liegt die Ursache in einer unsachgemäßen oder schlecht gewarteten Hausinstallation, auch eine zu geringe Entnahme und damit eine Stagnation des Wassers oder Insektenbefall können mögliche Ursachen sein.

Wie können Keime, wie Enterokokken im Trinkwasser nachgewiesen werden?

Die Konzentrationen sogenannter "Indikatororganismen" dürfen bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten: Für Enterokokken im Trinkwasser liegt dieser Grenzwert bei 0/100 ml, das heißt, in 100 ml Wasser dürfen sich null Bakterien befinden. Um den Wert zu bestimmen, trägt man eine Trinkwasserprobe auf ein entsprechendes Nährmedium auf und bestimmt nach einigen Tagen die sogenannte Koloniezahl - dieses Verfahren geht auf den bekannten Mediziner und Mikrobiologen Robert Koch zurück.

Sind solche Vorfälle häufig?

Häufig ist sicherlich relativ und hängt wesentlich von der Untersuchungshäufigkeit ab. In Würzburg sind diese positiven Befunde nicht bekannt. Bundesweit sind eine Vielzahl von Enterokokkenachweisen bekannt.

Ist Chlor gesundheitsschädlich?

Im Rahmen der rechtlichen Vorgaben, das heißt der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 Trinkwasserverordnung, kann von einer Unbedenklichkeit ausgegangen werden. Trinkwasser, das aktuell mit Chlor versetzt wird, kann auch von Kindern bedenkenlos getrunken werden. Im Gegensatz zu anderen Ländern, wo, eine Chlorung des Trinkwassers an der Tagesordnung ist, soll es in Würzburg auch wirklich nur eine Ausnahme bleiben.

„Unsere Pflicht ist es, die Ursache des zweimaligen Auftretens eines Verdachtes auf Keime im Trinkwasser akribisch zu untersuchen und alle Möglichkeiten eines Verdachts zu hinterfragen oder auszuschließen“, erklärt WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer. „Gleichzeitig ist es aber auch unsere Aufgabe, die Bürgerinnen und Bürger Würzburgs, insbesondere die Anwohner im Versorgungsgebiet Dallenberg über aktuelle Veränderungen und den Stand der Untersuchungen zu informieren. Wir werden dies in regelmäßigen Abständen praktizieren, bis die Ursachen eindeutig geklärt sind.“

Nach oben Zurück