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Stellungnahme Fahrgastschwund Straßenbahn

Kritik an der WVV übt der Arbeitskreis Mobilität der Lokalen Agenda 21 wegen gesunkener Fahrgastzahlen und mangelnder Attraktivität der Angebote. Wörtlich heißt es in einem Artikel der Main Post vom 07.12.2016 dazu: „Gescheitert sei in den letzten 15 Jahren die Strategie der WSB, ihr Defizit durch Angebotskürzungen, jährliche Tarifsteigerungen und Vermeidung wichtiger Investitionen in den Griff zu bekommen“.

Hierzu nimmt die WVV wie folgt Stellung:

1. Die WSB hat seit 15 Jahren kontinuierlich Fahrgäste verloren – entgegen dem bundesweiten Trend

Dies kann so pauschal nicht behauptet werden. Seit 2009 hält sich die Zahl der beförderten Fahrgäste im ÖPNV in Würzburg auf nahezu gleichem Niveau. Lediglich Schwankungen von ein bis zwei Prozent sind dabei zu beobachten. Die Straßenbahn liegt somit in Würzburg auf dem gleichen Niveau wie in anderen vergleichbaren deutschen Städten bis 300.000 Einwohner. Würzburg lässt sich nicht mit den großen Städten wie Berlin, München, Hamburg oder Frankfurt, die in den letzten 15 Jahren mit Sicherheit deutliche Netzerweiterungen durchgeführt haben, vergleichen. Aus unserer Sicht gibt es fünf Städte, die etwa die gleiche Größenordnung wie Würzburg haben und sowohl einen Straßenbahn als auch einen Busbetrieb betreiben. Dies sind: Bielefeld, Jena, Freiburg, Saarbrücken und Mühlheim. Betrachtet man hier die Entwicklung der Fahrgastzahlen, so ist diese durchaus mit Würzburg vergleichbar. Die Würzburger Beförderungszahlen können im Vergleich mit anderen Städten allerdings nur bis einschließlich 2013 betrachtet werden, da die acht WSB-Landkreislinien des Omnibusverkehrs ab dem 01.01.2014 wegfielen.

Der grafische Vergleich der Fahrgastentwicklung im ÖPNV, wie er von Agenda 21 dargestellt wird, ist nicht wirklich aussagekräftig, da er sich nicht auf Basisgrößen stützt. Die Entwicklung der Fahrgastzahlen wird hier deutschlandweit getrennt für Straßenbahn und Bus dargestellt, für Würzburg wird allerdings nur eine Zahl ausgewiesen, ohne Hinweis auf das Beförderungsmittel. Zudem werden nur prozentuale Abweichungen dargestellt, ohne die Bezugsgrößen auszuweisen. Mit der von der Agenda 21 gewählten Darstellungsweise kann kein aussagekräftiger Vergleich geführt werden.

2. Gesunkene Fahrgastzahlen durch Angebotskürzungen, Tarifsteigerungen und Vermeidung mangelnder Investitionen

Die angesprochenen Angebotskürzungen über 15 Jahre hinweg sind für die Straßenbahn in Würzburg nicht zutreffend. Die Angebotsleistung der Straßenbahn liegt seit der letzten Taktänderung von 12 auf 15 Minuten im Jahre 2003 unverändert bei rund 1,6 Mio. Kilometer im Jahr.

Auch im Omnibusbetrieb wurde das Angebot nicht ab-, sondern aufgewertet. Jüngstes Beispiel hierfür ist die Einführung der Nachtbuslinien Anfang November 2016, die sich bisher als Erfolgsmodell erwiesen hat. Auch die Aufwertungen der Angebote im Busbetrieb im Bereich Hubland (Linie 114, Linie 214) sowie in den Nord-Osten Würzburgs sei erwähnt. Hier ist besonders die Linie 25 zu nennen, die im Zuge der Ansiedelung von IKEA in Würzburg einen zusätzlichen Mehrwert für die Würzburger Bürgerinnen und Bürger bietet. Von Verschlechterungen bei der Fahrplanstruktur kann man hier also pauschal nicht sprechen.

Zu den Tarifanpassungen ist zu sagen, dass diese nicht willkürlich von der WSB durchgeführt werden, sondern sich an der tariflichen Preisanpassung des Statistischen Bundeamtes orientieren. Auch hier liegt Würzburg im bundesweiten Trend und nimmt keine Einzelstellung ein. Kostensteigerungen sind in jedem Tarifverbund notwendig, auch das ist kein Würzburger Phänomen.

3. Mit besseren Angeboten wäre die WVV jetzt kein „Kostgänger“ des städtischen Haushalts

Diese Rechnung ist ohne grundlegende Zahlen nicht stichhaltig. Der ÖPNV ist immer ein defizitärer Bereich. Das gilt nicht nur für Würzburg, sondern auch für vergleichbare Städte im gesamten Bundesgebiet.

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