Fahren zukünftig Elektrobusse in Würzburg?

Diese Frage möchte der Stadtrat durch den Test von ein oder zwei E-Bussen gemeinsam mit der NVG Omnibus Betriebs-GmbH (Tochtergesellschaft der Würzburger Straßenbahn GmbH) beantworten.

Warum werden E-Busse getestet?
Die Luft in deutschen Städten soll sauberer werden. Eine wesentliche Zielsetzung ist die Nutzung der Potenziale der Elektromobilität bei der Reduzierung der Treibhausgas- und Schadstoffemissionen, insbesondere Stickoxidemissionen. Der Fokus wurde explizit auf diese Antriebstechnologie gesetzt, weil man davon ausgeht, dass diese die größten Chancen besitzt, langfristig die Verbrennungsantriebe im Busbereich abzulösen. Investitionen in Übergangstechnologien wie Hybrid- oder Gasbusse erscheinen nicht sinnvoll. So werden beispielsweise bei anderen Verkehrsunternehmen die Gas-Busparks wieder abgeschafft.

Wann wird getestet?
Ein direkter Austausch eines Dieselbusses gegen einen Elektrobus erfordert gründliche Vorbereitungen. Zum Beispiel spielen Ladetechnologien und Batteriekapazitäten eine große Rolle. Im Februar 2018 hat die NVG einen Förderantrag gestellt, der zwei Batteriebusse als Depotlager und zwei mobile Ladegeräte umfasst. Ende 2018 hat die NVG den Förderbescheid vom Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Berlin direkt erhalten, sodass mit der EU-weiten Ausschreibung begonnen werden konnte. Im August 2019 wurde diese abgeschlossen und ein Anbieter ausgewählt. Nach vorläufigen Schätzungen und Aussagen der Hersteller beträgt die Lieferzeit mindestens 18 Monate. Derzeit wird mit einer Lieferung der Elektrobusse im Sommer 2020 gerechnet. Danach können die Tests auf den Linien 6 und 16 sowie auf den Nachtlinien erfolgen und die Omnibusse nach und nach in den regulären Betrieb übergehen. Mittelfristig sollen sie ein bzw. zwei Dieselbusse ersetzen.

Investition
Die Beschaffung von Elektrobussen wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit Fördergeldern aus dem Fonds "Sofortprogramm Saubere Luft" unterstützt, so dass ein Teil der Mehrkosten gegenüber einem mit konventioneller Dieseltechnologie ausgestatteten Fahrzeug ausgeglichen werden kann. Mit dem Förderaufruf unterstützt das BMVI Maßnahmen in Kommunen, die von besonders hohen Stickstoffdioxid-Werten betroffen sind.

Nach oben Zurück