Wasser marsch

Würzburg, 12.09.2011; Mit einem feierlichen „Wasser marsch“ nahmen am Montag Oberbürgermeister Georg Rosenthal und WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer das Heißwassernetz in der Zellerau in Betrieb. Damit fand eine zweijährige Planungs- und Bauphase ihren offiziellen Abschluss. Tatsächlich wird die Zellerau bereits seit 29.08.2011 mit Heißwasser anstelle von Dampf versorgt. Die Wärmeversorgung der Zellerau erfolgt nun über die neu errichteten Heißwasserumformer im HKW an der Friedensbrücke.

Mit der Umstellung hat die WVV umfassend investiert: In die Fernwärmenetze selbst flossen im Jahr 2010 1,9 Mio € und im Jahr 2011 2,8 Mio €. Für die Umfomstationen kamen weitere 6,5 Mio. € hinzu.

Seit dem Startschuss der Bauphase Anfang Mai wurden in 13 Wochenschritten 132 Kundenanlagen erneuert, damit das neue Medium seine Wärme an die Gebäude abgeben kann. Parallel wurden 40 unterirdische Schachtbauwerke auf Heißwasserbetrieb umgebaut.

Darüber hinaus waren für die Umstellung folgende Maßnahmen erforderlich:

  • Verstärkung von 60 Festpunkten
  • Auswechseln bzw. neu verlegen von 25 Hausanschlüssen (ca. 800 Trassenmeter)
  • Auswechseln bzw. neu verlegen von 3.400 m Fernwärmehaupttrassen
  • Bau einer hydraulischen Trennung für die Festung Marienberg

Zur provisorischen Versorgung der Zellerau setzte die WVV während der Umstellungswochen 4 Gebietsprovisorien (Oelkessel) und 70 Provisorien zur Warmwasserversorgung einzelner Kunden, die überwiegend mit Strom beheizt wurden.

Zur künftigen Versorgung des Heißwassernetzes in der Zellerau wurde im Heizkraftwerk an der Friedensbrücke eine große Umformstation (UFO) mit einer Leistung von 130 MW eingebaut. Die UFO-Anlage besteht aus vier Wärmetauschern mit Nebenanlagen in denen der Fernwärmedampf seine Energie an das Heißwasser abgibt.

Nach dem Baubeginn der Umformstation am 11.10.2010 erfolgte am 19.07.2011 die Inbetriebnahme der UFO-Anlage und am 29.08.2011 die erste Heißwasserlieferung zu den Kunden in der Zellerau. Der Betrieb läuft seit dem 29.08. ohne Probleme, so dass die Anlage ab dem 07.09.2011 in den vertraglich vorgesehenen Probebetrieb geht.

In den kommenden Jahren werden etwa 75 % des Würzburger Dampfnetzes auf Heißwasser umgestellt. Mit der Umstellung der Zellerau ist der erste Schritt zu einer noch energieeffizienteren Versorgung Würzburgs getan. Damit garantiert die WVV ihren Kunden langfristig eine sichere, preiswerte und ökologisch sinnvolle Energieversorgung mit Fernwärme.

Bis zu 80 Prozent des Würzburger Energiebedarfs werden seit Januar 2009 im Heizkraftwerk am Alten Hafen im ressourcenschonenden Kraft-Wärme-Kopplungsprozess erzeugt. Allein im Jahr 2009 konnte so im Vergleich zur früheren Stromproduktion mit Steinkohle eine CO2-Reduzierung in Höhe von 114.000 Tonnen realisiert werden. Den nächsten Schritt zur langfristigen Sicherung einer klimaschonenden Energieversorgung geht die WVV mit der Umstellung des Fernwärmenetzes auf Heizwasser. Da die Temperaturen beim Betrieb des Fernwärmenetzes mit Heißwasser wesentlich geringer sind als beim Dampfbetrieb sinkt der Wärmeverlust beim Transport.

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